Frühling im Buchenwald

Nach winterlicher Ruhephase sind die Tage wieder länger geworden. Die Sonne erreicht den Waldboden zwischen Buchstämmen, die gerade Knospen treiben oder bereits erstes zartes Grün tragen. Frühlingserwachen im Buchenwald ist ein ganz besonderes Erlebnis für alle Sinne!

Wo die Altersstruktur des Waldes stimmt und ausreichend dicke Bäume vorhanden sind, trommeln Schwarzspechte auf hohle Stämme und trockene Äste, die den Schall besonders gut übertragen. Dabei trommeln sie ca. 17mal pro Sekunde und jeweils ca. 3 Sekunden lang, um ihr Revier abzugrenzen und mögliche Partner auf sich aufmerksam zu machen.

Schwarzspechte beginnen bei uns im April mit der Brut. Beide Eltern bebrüten die Eier. Sobald die Jungen in der Höhle etwas größer geworden sind, schauen sie ungeduldig aus dem Höhleneingang und rufen häufig nach Futter.

 

Die bis zu 60 cm tiefe Bruthöhle zimmern Schwarzspechte bevorzugt in alten und dicken Baumstämmen. Diese Höhlen werden nach Abschluss der Schwarzspechtbrut sehr gerne von anderen Höhlenbewohnern genutzt. Im Teutoburger Wald sind dies sehr oft Hohltauben, Dohlen, Stare und viele Fledermausarten. In Europa sind in verschiedenen Untersuchungen 58 unterschiedliche Tierarten in Schwarzspechthöhlen nachgewiesen worden.

Gelbes Buschwindröschen

Auch auf dem Waldboden tut sich was! Durch die noch lichten Baumkronen scheint die Frühlingssonne auf das Falllaub vom vergangenen Herbst. Obwohl der Wind oft noch sehr frisch und die Lufttemperaturen kühl sein können, wird es an der Bodenoberfläche schon sehr warm. Dies nutzen die Frühblüher aus. Bis zum vollständigen Blattaustrieb der Buchen profitieren sie von der Frühlingssonne.

Bärlauch

Bärlauch ist ein Verwandter von Zwiebel und Schnittlauch. Er gibt dem Buchenwald eine ganz spezielle Würze. An manchen Stellen bildet er große Blütenteppiche und erfüllt die Luft mit seinem knoblauchartigen Duft. Der Bärlauch bevorzugt nicht zu trockene kalk- und nährstoffreiche Böden. Er vermehrt sich zum einen durch unterirdische Tochterzwiebelbildung und durch Anhaften von Samen an Tieren.

Nach dem Blühen und Fruchten werden die Blätter des Bärlauchs gelb und sterben ab. Die Pflanzen ziehen sich bis zum nächsten Frühjahr in die im Erdboden verborgenen Zwiebeln zurück.

Im Teutoburger Wald haben die Buchenwälder wieder eine dichte Belaubung. Noch ist das Laub zart und grün. Die Grenze zwischen den hellgrünen Kalkbuchenwäldern im Bereich der Berge und Kuppen und den dunkleren Nadelwaldforsten auf Sanduntergund an den tiefer liegenden Flanken ist deutlich zu erkennen.